Ortega: Ideario

Cabo de São Vicente - Westliche Spitze Europas

Verwirrung und Staunen angesichts einer Welt, die sich immer schneller um uns dreht – das drückt Ortega in seinem Werk „Ideario“ aus. Teile des Gedichts werden zu Beginn des Musikvideos zu „Standby“ von Extremoduro vorgelesen.

Ideario

Me da vértigo el punto muerto
y la marcha atrás,
vivir en los atascos,
los frenos automáticos y el olor a gasoil.
Me angustia el cruce de miradas
la doble dirección de las palabras
y el obsceno guiñar de los semáforos.

Me da pena la vida, los cambios de sentido,
las señales de stop y los pasos perdidos.
Me agobian las medianas,
las frases que están hechas,
los que nunca saludan y los malos profetas.
Me fatigan los dioses bajados del Olimpo
a conquistar la Tierra
y los necios de espíritu.
Me entristecen quienes me venden clines
en los pasos de cebra,
los que enferman de cáncer
y los que sólo son simples marionetas.

Me aplasta la hermosura
de los cuerpos perfectos,
las sirenas que ululan en las noches de fiesta,
los códigos de barras,
el baile de etiquetas.
Me arruinan las prisas y las faltas de estilo,
el paso obligatorio, las tardes de domingo
y hasta la línea recta.
Me enervan los que no tienen dudas
y aquellos que se aferran
a sus ideales sobre los de cualquiera.
Me cansa tanto tráfico
y tanto sinsentido,
parado frente al mar mientras que el mundo gira.

– Francisco M. Ortega, del libro Cuenta atrás.

Hier auch meine eigene deutsche Übersetzung.

Ideenwelt

Der Totpunkt und das Zurückpendeln lässt mich taumeln,
lebend in den Staus, zwischen automatischen Bremsen und Dieselgeruch.
Die Blicke verwirren mich, Worte suchen nach Antworten,
doch die Ampeln zwinkern nur.
Das Leben schmerzt, so plötzlich ändern wir die Richtung,
vor Stopschildern und hinter versäumten Schritten.
Bedrückend gleich sind wir alle, sprechen vorgefertigte Sätze,
grüßen nie und sind doch böse Propheten.
Und wie sehr langweilen mich die Götter, hinabgestiegen vom Olymp,
die Erde zu erobern; was bleibt, sind ein paar Narren.
Manche machen mich einfach nur traurig,
denn sie verkaufen Ihr Leben an den Bürgersteigen,
andere gehen von uns oder
sind vielleicht noch nie selbst einen Schritt gegangen:
Sie wurden ihr ganzes Leben an Fäden bewegt.

Mich erdrückt die Schönheit der perfekten Körper,
die heulenden Sirenen in den durchfeierten Nächten,
die Strichcodes und der Tanz der Etiketten.
Diese Hast und der vergessene Anstand machen es mir schwer,
der gezwungene Lauf, die einsamen Nachmittage am Sonntag,
und selbst
eine einfache Linie ist nicht immer eine Gerade.
Mich nerven die, die nie zweifeln, und diejenigen,
die sich an ihren Idealen festbeißen,
als zählten sie mehr als die der anderen.
Ich bin des Verkehrs und der Sinnlosigkeit so überdrüssig
und stehe still vorm Meer, während die Welt sich dreht. 

– Francisco M. Ortega, aus dem Buch Cuenta atrás.

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